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Jahr 2015

Wasbütteler Wildgänse auf Bundeslager der BPS

Dieses Jahr fuhren wir "Wasbütteler Wildgänse" mit 27 Pfadfindernauf das Bundeslager der "Baptistischen Pfadfinderschaft" (BPS) nach Friedensau, ca. 35km hinter Magdeburg.

Das Lagerthema war "Martin Luther und die Reformation". Sein Lebensweg wurde auf dem Lager nicht nur in den Andachten oder Gottesdiensten betrachtet, sondern auch in diversen Spielen oder sonstigen Aktivitäten thematisiert: vom Jura-Studenten zum Mönch, der die Kirche von innen her reformieren wollte, aber exkommuniziert wurde, und so zum Gründer der evangelischen Kirche wurde.

Die ca. 750 Lagerteilnehmer wurden in 12 Städte aufgeteilt. Jede Stadt kochte das Essen unter Mithilfe der teilnehmenden Pfadfinder selbst - entweder über einem Kochfeuer oder mit Hilfe von Gaskochern. Von diesen 12 Städten waren 6 "evangelisch" - Eisleben, Erfurt, Wittenberg, Magdeburg und Torgau, und 6 Städte waren "katholisch" -Rom, Augsburg, Worms, Coburg, Heidelberg und Marburg. Die "Wasbütteler Wildgänse" bildeten zusammen mit Pfadfindern aus Burgau und Pfaffenhofen (Bayern), Quickborn (bei Hamburg), sowie Arhus und Esbjerg(Dänemark) die Stadt Rom.

Bei den "Markttagen" konnten die Pfadfinder in die Welt des späten Mittelalters eintauchen, z.B. mit Schmiede- und Lederarbeiten.

Auf einem Hajk (= Wanderung mit verschiedenen Aufgaben und einer Übernachtung außerhalb des Lagerplatzes) konnten die Pfadfinder die nähere Umgebung kennenlernen. Aufgrund der heißen Temperaturen war ein nahe gelegener Badesee eine nahezu tagesfüllende Zwischenstation für sehr viele Hajksippen. Die Wasbütteler starteten in 3 Hajksippen - die Jungpfadfinder getrennt nach Jungen und Mädchen, und die Pfadfinder als eine eigene Sippe.

Das "Große Spiel" bestand zum einen aus einem Händlerspiel, in dem die 12 Städte Rohstoffe erspielen mussten, um Siedlungen und Städte zu bauen. Zwischendurch kam es in mehreren Anspielen zwischen Martin Luther und dem Papst immer deutlicher zum Bruch, der in der Exkommunizierung Luthers gipfelte.

Ein - außer der Reihe - von Rom betriebener Ablasshandel fand reißenden Absatz, nachdem sich das Gerücht verbreitete, dass Ablassbriefe Sonderpunkte erbringen würden. Jedoch war die Enttäuschung bei den Käufern der Ablassbriefe groß, als sich herausstellte, dass die Ablassbriefe doch nichts wert waren und die dafür eingetauschten, mühsam erarbeiteten Rohstoffe lediglich Rom zu einer guten Platzierung verhalfen. Eine Parallele zur Zeit Martin Luthers ist unverkennbar.

Der zweite Teil des "Großen Spiels" war ein Nachtgeländespiel, in dem "Katholiken" und "Lutheraner" versuchten, sich gegenseitig eine Fahne zu klauen. Anders als in der realen Kirchengeschichte versöhnten sich auf dem BULA Papst und Martin Luther am Abschlussabend.

Die Trennung in "evangelische" und "katholische" Städte war aber nur für das "Große Spiel" und die Turniere relevant, ansonsten war es ein gemeinsames Lager, um sich mit den Pfadfindern aus andern Stämmen auszutauschen, alte Kontakte zu pflegen und neue Freundschaften zu schließen. Aus diesem Grund wurden bewusst Freiräume zwischen den Programmpunkten gelassen, um eben dies zu ermöglichen.

Da der Lagerplatz nicht über eine eigene Schwimm- oder Bademöglichkeit verfügt, war der von Pfadfindern aus Wienhausen gebaute Swimming-Pool mit Wasserrutsche aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen die gefragte Attraktion zwischen den offiziellen Programmpunkten.

Ermüdet, aber glücklich und voll mit vielen Erlebnissen kehrten die Wasbütteler Wildgänse nach 8 Tagen zurück. Für das nächste Jahr ist die Teilnahme an einem Pfadfinderlager in Dänemark geplant.